Kindertreff auf der Wiese

Seit wir unsere Kindertreffs dort, wo es möglich ist, auch draußen anbieten, sind wir viel präsenter. Kinder, die wir lange nicht mehr gesehen haben, kommen auf einmal und sprechen mit uns. Immer öfter wollen noch Kinder mitmachen, aber leider sind unsere Plätze auch draußen begrenzt. Wir bieten zurzeit immer zwei Gruppen hintereinander für jweils 10 Kinder an und alle angemeldeten Kinder sind am Start, wenn es losgeht.

Ein Mädchen sagte uns letzte Woche: „Ich liebe Kindertreff über alles! Freitag ist mein Lieblingstag. Da gibt es Kindertreff und Wochenende.“ „Und leckeres Essen in der Schule“, ergänzte ihre ältere Schwester (9 Jahre) dann noch. Dieses Mädchen drückt auch immer sehr stark aus, wie sehr sie uns mag und wie sehr sie unter Corona leidet. Am Ende meinte sie zu einer Mitarbeiterin: „Ich möchte dich umarmen“ und eine andere Mitarbeiterin und ihre Schwester sagten ihr, dass das leider nicht ginge. Umso schöner, dass wir für sie und die anderen Kinder aus dem Stadtteil jetzt wieder ein Stück Normalität mit unserem Draußen-Angebot mit Spielen, Workshops und Zeit zum Reden anbieten können. Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung der BürgerStiftung Hamburg, die dieses Angebot mit dem „Fonds Hamburger Spielräume“ möglich macht!

An die Masken – fertig – los!

Endlich sind unsere Kindertreffs wieder geöffnet und die Kinder stehen an einigen Standorten schon lange vor dem ersten Starttermin vor der Tür, um sich einen Platz in der ersten Schicht zu sichern. Wir haben unser Kindertreff-Programm coronakonform angepasst und bieten jeweils eine Stunde unseres Nachmittagsprogramms mit Wettkampfspielen und Bastelworkshops in zwei Schichten an. Für die Kinder heißt das, endlich wieder spielen, toben, lachen – einfach Kind sein nach den vielen Wochen voller Einschränkungen.

 

Die Kinder sind sehr umsichtig und gehen ganz selbstverständlich mit den neuen Regeln um. Wo nötig tragen alle Masken und die Begrüßung findet per Ellenbogen-Berührung statt. Wir erleben, wie die jüngeren Kinder von den kleineren Gruppengrößen profitieren. Kinder, die wir vor Corona als still erlebt haben, öffnen sich auf einmal und erzählen aus ihrem Alltag.

 

Es war uns wichtig, den Kindern Raum zu geben für ihre Emotionen und Erlebnisse aus der Coronazeit. Es war in allen Kindertreffs absolut begeisternd, wie sehr sie sich öffneten und auch von negativen Erfahrungen aus der Coronazeit berichten konnten. Es war so gut, den Kindern eine Stimme zu geben, sie erzählen zu lassen, und sie so Kontrolle und Macht über ihre Erlebnisse und Emotionen gewinnen zu lassen.

 

Wir freuen uns trotz aller Auflagen, dass wir endlich wieder vor Ort sein können und staunen darüber, wie diszipliniert die Kinder alles mitmachen. Kinder, die keinen Platz in der ersten Schicht bekommen, gehen noch einmal nach Hause und kommen dann eine Stunde später zur zweiten Schicht. Und auch Kinder, die schon weggezogen sind, nehmen den weiteren Weg auf sich, um wieder beim Kindertreff dabei zu sein. Diese Erlebnisse spornen uns an, allen Kindern wieder den besten Nachmittag ihrer Woche zu bieten!

Digital und real!

Wie erreichen wir die Kinder und Jugendlichen jetzt? Diese Frage hat uns sehr beschäftigt in diesen besonderen Corona-Wochen und wir haben unterschiedliche Antworten darauf gefunden – digital und real!

Unseren Kindertreff mit einem tollen Mix aus Geschichten, die Mut machen, und Bastel- oder Fitnessvideos bieten wir zurzeit als Livestream auf YouTube an. Wenn wir im Chat fragen, wer Lust zu spielen hat, dann geht die Post ab und die Kinder raten begeistert mit.

Unsere Lerninsel-Tandems haben sich ebenfalls erstaunlich gut mit dem digitalen Treffen über Zoom angefreundet, so dass wir 38 Schülerinnen und Schüler weiter begleiten. Die Mentoren binden über „shared screen“ die unterschiedlichsten Lernplattformen, Spiele oder Tutorials mit ein und gestalten die Lerninsel-Stunden sehr kreativ und motivierend. Das war in den letzten Wochen besonders wichtig für die älteren Schüler, die so ihre vertrauten Ansprechpartner während ihrer MSA- oder ESA-Prüfungen treffen konnten.

Wir wollten aber unbedingt auch wieder in den Stadtteilen aktiv sein und sind sehr dankbar für die großzügigen Gutschein-und Sachspenden, die uns erreicht haben vom Hamburger Abendblatt, der Diakonie, der Buhck-Stiftung und IKEA-Altona. Ein großes Dankeschön für diese tolle Unterstützung! So konnten wir den Kindern und Familien ein große Freude machen mit Lebensmitteln und Beschäftigung- und Bastelsachen. Solche Aktionen werden wir demnächst wiederholen, weil es wichtig ist, dass die Kinder und Jugendlichen merken, dass wir sie nicht vergessen haben. Und es ist eine schöne Gelegenheit in Kontakt zu bleiben, sich mit den Familien und Kindern auszutauschen und zu hören, wie es ihnen geht.

Immer wieder gab es diese typischen Corona Begegnungen: Kinder liefen auf uns zu, sahen, dass wir versuchten den Abstand einzuhalten, stoppten und dann wurden Luft-Umarmungen verteilt und viele Kinder sagten uns: „Ich vermisse den Kindertreff!“ Wir können sie so gut verstehen, denn auch wir können es kaum erwarten, bis wir endlich wieder vor Ort die Türen öffnen können zum Kindertreff mit echter Gemeinschaft und richtigen Begegnungen. Nach den Schulferien ist es hoffentlich soweit!

 

 

Corona Pause


leider werden auch wir all unsere Angebote vorerst bis zum 30. April 2020 schließen, um die Ausbreitung des Corona Virus einzudämmen und folgen damit der Allgemeinverfügung der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz.

Wir bedauern es sehr, dass Chic&Satt in den nächsten Wochen geschlossen sein wird und wir nicht bei den Kindern und Jugendlichen vor Ort sein können, aber dieser Schritt ist notwendig. Wir sind weiterhin per E-Mail unter info@stadtinsel-hamburg.de und Telefon 040 227 197 731 oder per WhatsApp 0160 1693384 erreichbar. Meldet euch gerne, wenn ihr Fragen habt!

Hoffnung und Hilfe konkret werden zu lassen, ist auch in dieser schwierigen Zeit unser Anspruch und wir arbeiten auf Hochtouren daran, Wege zu finden, wie wir Menschen jetzt unterstützen und stärken können.

Wir wünschen euch Stärke und Gelassenheit in dieser besonderen Zeit und hoffen, dass wir uns schon bald wieder begegnen können in unseren Kinder-und Jugendtreffs, den Malräumen, Lerninseln und bei Chic&Satt! 

Bleibt gesund und bewahrt!

Euer Tim Schindler und das Team der Stadtinsel

Dein Herz ist offen für alles

Vor ein paar Tagen hatten wir in einem unserer Kindertreffs das Thema, was wir mit unseren Worten bewirken können. Wir können positive Dinge aussprechen, Komplimente machen und andere Menschen ermutigen und ihnen zeigen, was sie besonders macht. Oder wir sehen nur das Negative und kritisieren beispielsweise schnell. Manchmal merken wir das selbst gar nicht. Nachdem wir mit den Kindern darüber gesprochen hatten, welche Kraft Worte haben können, um andere zu unterstützen, wollten wir praktisch werden. Also haben wir Zettel an alle Kinder verteilt und sie gebeten, spontan aufzuschreiben, worüber sie sich heute freuen und was sie an sich und anderen mögen. Hinterher hatten wir einen Schatz voller Komplimente, über die sich die Kinder untereinander, aber auch wir Mitarbeitenden sehr gefreut haben.

Ein, zwei, drei – Zauberei!

Ein Ausflug zum Circus Mignon konnte über 40 Kinder im Handumdrehen verzaubern und das im wahrsten Sinne des Wortes. Los ging es für die Kinder aus zwei Kindertreffs und einer Lerninsel nämlich mit einer Vorführung spannender Zaubertricks. „Wie machst du das?“, wollten sie sofort vom Zauberkünstler wissen und versuchten es dann selbst. Die Tricks erforderten viel Fingerspitzengefühl und ein gutes Gespür für Timing. Schnell hatten die Kinder den Dreh raus. Auch die choreografierten Tanzeinlagen kamen super an und die Kinder hatten großen Spaß dabei, neue Schrittfolgen einzustudieren und – voller Stolz – eine kleine Choreographie zu präsentieren.

Beim Einradfahren hieß es üben, üben, üben. Das Haus des Zirkus bot dafür nicht nur einen optimalen Regenschutz, sondern auch genug Halt, so dass die Kinder kaum absteigen mussten. Mit viel Ausdauer trainierten sie am Nachmittag auf den Einrädern und einige schafften es am Ende, die ersten Runden freihändig zu drehen. Freihändig einrädrig – was für ein Gefühl! Dieser Ausflug war eine Wundertüte aus tollen Tricks, coolen Moves und magischen Momenten des Über-sich-Hinauswachsens.

And the winner is …

… Sylvia Hoffmann! Für ihr herausragendes ehrenamtliches Engagement im Kindertreff und bei der Lerninsel Bergedorf hat Sylvia Hoffmann im Juni den Heinz-Günther-Vogel-Jugendpreis gewonnen. Wir freuen uns mit ihr und gratulieren von Herzen, denn Sylvia bereichert den Kindertreff seit so vielen Jahren. Im Alter von sechs Jahren kam sie zum ersten Mal zum Kindertreff und ist seitdem kontinuierlich dabei, zunächst als Teilnehmerin und später dann als Mitarbeiterin. Als wir im Herbst 2016 die „Lerninsel“ starteten, bekam Sylvia mit, dass ein Mädchen keinen Platz fand, weil es nicht genügend freiwillige Mentoren gab und so begann sie sich in ihrer Freizeit um die Hausaufgabenbetreuung für dieses Mädchen zu kümmern. Mittlerweile ist sie im dritten Jahr mit großem Engagement Mitarbeiterin der „Lerninsel“ und wird als Mentorin von drei Kindern sowohl einem Teenager gerecht als auch einem Zweitklässler, was nicht jedem Mitarbeitenden gelingt! Ihr Herz für die Kinder in ihrer Umgebung beeindruckt uns immer wieder – so nimmt sie Kinder aus der Nachbarschaft mit zum Sport oder zu einem Sommerfest an ihrem Gymnasium oder bietet mal eben noch an einem Samstag Workshop zum Haare flechten an, weil die Kinder sich das so wünschen.

In der HAW Hamburg wurde ihr nun für dieses besondere Engagement der Heinz-Günther-Vogel Jugendpreis verliehen. Im Rahmen einer festlichen Veranstaltung zum 40-jährigen Jubiläum der Karl H. Ditze Stiftung, bei der auch die zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank anwesend war, bekam sie den mit 5000 Euro dotierten Jugendpreis verliehen.

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH, SYLVIA!

Auf dem Foto (Markus Scholz) v.l.n.r: Rüdiger Schramm, Vorsitzender des Vorstands der Karl H. Ditze Stiftung, Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin, Sylvia Hoffmann, die strahlende Preisträgerin und Prof. Dr.-Ing. Rolf Dalheimer, Ehrenmitglied und Vorstand der K. H. Ditze Stiftung, der die Laudatio gehalten hat.

Der Malraum präsentiert sich in der Hamburger Meile

Am 2.6. öffnet die Hamburger Meile ihre Türen für einen verkaufsoffenen Sonntag, bei dem es im Begleitprogramm um kulturellen Austausch und Integration gehen wird. Wir sind vor Ort mit einer tollen Ausstellung mit Malraumbildern, einer Station zum Zeichnen für Kinder und unserem Stadtinsel-Stand. Wenn ihr mehr erfahren wollt über dieses besondere Projekt und vor allem sehen wollt, was die Kinder in unseren beiden Malräumen jede Woche kreieren, ist das die Gelegenheit. Die Initiatorin des Malraums wird ebenso dabei sein wie die Mutter eines Malraumkindes, die ihre Erfahrungen im Syrienkrieg auch in Bildern verarbeitet hat. Wir als Team der Stadtinsel sind natürlich auch dort und würden uns sehr freuen, wenn ihr Zeit und Lust habt bei uns vorbeizuschauen.

Wann: Sonntag, 2.6. von 13:00 bis 18:00 Uhr

Wo: Einkaufszentrum Hamburger Meile, OG vor Marc O’Polo

„Blau ist meine Lieblingsfarbe“

Mit der Frage nach der Lieblingsfarbe oder dem Lieblingsessen gelingt es meist besonders leicht alle Kinder in ein Gespräch einzubeziehen, denn diese Frage beantworten die Kinder mit großer Begeisterung. Das Schöne daran ist, dass wir etwas über die Vorlieben der Kinder erfahren. Manchmal müssen wir aber gar nicht fragen. Beim Eierfärben in unserem Kindertreff in der Heinrich-Hertz Straße strahlte uns ein 6-jähriger Junge an und sagte: „Blau ist meine erste Lieblingsfarbe und mein Osterei wird blau.“ Beim Färben erzählten uns die Kinder dann, wie lecker sie ihre selbst gefärbten Ostereier im letzten Jahr fanden. Das freut uns besonders, denn es zeigt, wie lange sich die Kinder an schöne gemeinsame Erlebnisse erinnern. Voller Stolz packten alle ihre selbst gefärbten Eier am Ende des Kindertreffs ein und kaum aus der Tür wurden die Eier schon gepellt und gegessen!

Wir wünschen euch schöne Ostertage, die ihr hoffentlich an einem eurer Lieblingsorte verbringt!


Abstimmen für die Lerninsel!

Das evangelische Monatsmagazin „chrismon“ sucht kreative Projekte von Kirchengemeinden! Wir sind dabei mit unserer Lerninsel und nehmen an der Online-Abstimmung teil. Für die spannendsten Projekte winken Fördergelder über 25.000 Euro – eine super Gelegenheit also für unsere Lerninseln. Dafür brauchen wir allerdings eure Hilfe. Ihr könnt gleich unter diesem Link bis zum 4. April für die Stadtinsel abstimmen – jede Stimme zählt. Vielen Dank für eure Unterstützung!

https://chrismongemeinde.evangelisch.de/profile/stadtinsel-e-v-elim-kirche-hamburg/

Bei der Lerninsel handelt es sich um ein Projekt, durch das Kinder aus sozial benachteiligten Stadtteilen und Unterkünften für geflüchtete Menschen bei schulischen Anforderungen unterstützt werden. Oftmals erhalten sie wenig bis keine Hilfe durch das Elternhaus und sind überfordert und allein gelassen. Hier wollen wir sie unterstützen und ein Ansprechpartner sein. Die fachlichen Inhalte sind nur ein Teil der Arbeit. Es geht in erster Linie auch darum, den Kindern Angst zu nehmen und Erfolgserlebnisse zu schaffen. Die Beziehungsarbeit stellt dabei eine wesentliche Grundlage unserer Arbeit dar.
Die Lerninsel läuft immer für ein Schuljahr. In dieser Zeit betreut ein Mitarbeiter denselben Schüler verlässlich eine Stunde pro Woche. Dadurch kann ihm besonders individuell geholfen werden.