„Blau ist meine Lieblingsfarbe“

Mit der Frage nach der Lieblingsfarbe oder dem Lieblingsessen gelingt es meist besonders leicht alle Kinder in ein Gespräch einzubeziehen, denn diese Frage beantworten die Kinder mit großer Begeisterung. Das Schöne daran ist, dass wir etwas über die Vorlieben der Kinder erfahren. Manchmal müssen wir aber gar nicht fragen. Beim Eierfärben in unserem Kindertreff in der Heinrich-Hertz Straße strahlte uns ein 6-jähriger Junge an und sagte: „Blau ist meine erste Lieblingsfarbe und mein Osterei wird blau.“ Beim Färben erzählten uns die Kinder dann, wie lecker sie ihre selbst gefärbten Ostereier im letzten Jahr fanden. Das freut uns besonders, denn es zeigt, wie lange sich die Kinder an schöne gemeinsame Erlebnisse erinnern. Voller Stolz packten alle ihre selbst gefärbten Eier am Ende des Kindertreffs ein und kaum aus der Tür wurden die Eier schon gepellt und gegessen!

Wir wünschen euch schöne Ostertage, die ihr hoffentlich an einem eurer Lieblingsorte verbringt!


Abstimmen für die Lerninsel!

Das evangelische Monatsmagazin „chrismon“ sucht kreative Projekte von Kirchengemeinden! Wir sind dabei mit unserer Lerninsel und nehmen an der Online-Abstimmung teil. Für die spannendsten Projekte winken Fördergelder über 25.000 Euro – eine super Gelegenheit also für unsere Lerninseln. Dafür brauchen wir allerdings eure Hilfe. Ihr könnt gleich unter diesem Link bis zum 4. April für die Stadtinsel abstimmen – jede Stimme zählt. Vielen Dank für eure Unterstützung!

https://chrismongemeinde.evangelisch.de/profile/stadtinsel-e-v-elim-kirche-hamburg/

Bei der Lerninsel handelt es sich um ein Projekt, durch das Kinder aus sozial benachteiligten Stadtteilen und Unterkünften für geflüchtete Menschen bei schulischen Anforderungen unterstützt werden. Oftmals erhalten sie wenig bis keine Hilfe durch das Elternhaus und sind überfordert und allein gelassen. Hier wollen wir sie unterstützen und ein Ansprechpartner sein. Die fachlichen Inhalte sind nur ein Teil der Arbeit. Es geht in erster Linie auch darum, den Kindern Angst zu nehmen und Erfolgserlebnisse zu schaffen. Die Beziehungsarbeit stellt dabei eine wesentliche Grundlage unserer Arbeit dar.
Die Lerninsel läuft immer für ein Schuljahr. In dieser Zeit betreut ein Mitarbeiter denselben Schüler verlässlich eine Stunde pro Woche. Dadurch kann ihm besonders individuell geholfen werden.

Ein großes Dankeschön an IKEA

Vor Kurzem waren wir bei IKEA in Schnelsen, wo wir eine sehr großzügige Spende der IKEA Stiftung überreicht bekamen. Es war ein toller Vormittag  und wir konnten mehr darüber erfahren, welche Projekte IKEA fördert. Aber vor  allem war es eine super Gelegenheit uns dafür zu bedanken, dass sie unser Anliegen teilen, Kinder und Jugendliche zu begleiten und sie dabei zu unterstützen, Hoffnung und Perspektiven für ihr Leben zu entwickeln. Es gibt ja immer eine Wunschliste, was wir gerne verändern möchten, um die Kindertreffs noch schöner zu gestalten oder Ausflüge zu planen, die sich die Kinder schon lange mal gewünscht haben und nun können wir es angehen!

Vielen herzlichen Dank dafür!

Ein Highlight im Sommer – Ausflug ins rabatzz mit dem Kindertreff Steilshoop

Ein echter Höhepunkt für den Kindertreff Steilshoop war der Ausflug ins rabbatzz! Im Sommer konnten sich alle Kinder aus Steilshoop stundenlang auf dem großen Indoorspielplatz austoben. Möglich gemacht haben das die Anwälte der Wirtschaftskanzlei Freshfields Bruchkhaus Deringer, die drei unserer Kindertreffs tolle Ausflüge gespendet haben. Herzlichen Dank dafür!

300 mal Wertschätzung zu Weihnachten – Spendenaktion auf betterplace

Nicht für alle Kinder in Hamburg ist ein Weihnachtsgeschenk selbstverständlich. Doch für die Kinder und Jugendlichen in unseren Stadtinsel-Treffs ist das unser großer Wunsch zu Weihnachten. Wir möchten, dass alle 300 Kinder und Jugendlichen ganz persönlich Wertschätzung erfahren und merken, dass jemand an sie gedacht hat, wenn sie ein Weihnachtsgeschenk von uns überreicht bekommen. Wenn ihr diesen Wunsch mit uns teilt, freuen wir uns sehr über eure Unterstützung unter dem folgenden Link: betterplace.org/p66533 . Zu gerne möchten wir mit eurer Hilfe die Kinder in den verschiedenen Hamburger Stadtinseltreffs beschenken!

Neuer Kindertreff in Steilshoop

Rückblick: Girlsday & Boysday 2017- “Du kannst etwas werden!”

Der „Girls- und Boysday“ ist ein Tag an Hamburger Schulen an dem Jungen und Mädchen in Berufe, die vorrangig vom anderen Geschlecht ausgeübt werden, hinein schnuppern dürfen. Normalerweise gehen Töchter an diesem Tag mit ihren Vätern oder einem Onkel zur Arbeit. Oder sie machen Gebrauch von den sozialen und beruflichen Netzwerken ihrer Eltern. Bei den Kindern die die Lerninsel besuchen ist so ein Netzwerk jedoch fast nie vorhanden. Ihnen geht es nicht darum einen Beruf des anderen Geschlechts zu erlernen oder eine Karriere zu machen. Für sie ist es schon eine riesige Herausforderung sich vorzustellen überhaupt einmal berufstätig zu sein. Denn in vielen Fällen, kennen die Kinder keine Vorbilder die einen Beruf ausüben. Häufig können die Eltern nicht einmal lesen, ganz zu schweigen von einer Berufsausbildung.

Viele Kinder in unseren Projekten nehmen diesen Tag gar nicht wahr, weil sie keine Idee haben wo sie überhaupt anfangen sollten zu suchen. Deshalb ist es den Leitern der Lerninsel ein besonderes Anliegen, die Netzwerke der Stadtinsel zu nutzen um so vielen Kinder wie möglich einen Tag im Berufsleben zu ermöglichen.

Dieses Jahr konnten wir acht Kinder vermitteln. Sie arbeiteten einen Tag beim Fernsehen, in internationalen Hilfsprojekten, Modeunternehmen in der Spedition und bei der Polizei. Für uns als Stadtinsel ist das ein großer Erfolg, denn aus solchen „Tagesausflügen in die Berufswelt“ können eventuell einmal Praktika und Ausbildungsplätze entstehen. Und ein „richtiger“ Ausbildungsplatz hat das Potential eine ganze Biografie zu verändern.

Eine ermutigende Geschichte erlebten wir in diesem Zusammenhang vor einiger Zeit, als wir einem Mädchen einen Schulpraktikumsplatz vermitteln konnten. Das Mädchen erzählte, sie habe bereits ein Praktikum in einem Bekleidungsladen gemacht und dort „nur herum gestanden“. Im nächsten Jahr konnte das Mädchen, mit Hilfe ihrer Lerninsel-Leiterin ein Praktikum beim Zahnarzt machen. Die Zahnarzthelferin berichtete, die Praktikantin brauchte ein paar Tage um sich einzuleben, aber sei auf große Zufriedenheit im Team gestoßen. Das Mädchen selbst erzählte hinterher, dieses Praktikum sein „soooo cool“ gewesen und sie wolle nun auf jeden Fall Zahnarzthelferin werden!
Zwei Jahre später wollte die Zahnärztin, bei er sich das Praktikum absolviert hatte, ihr von sich aus einen Ausbildungsplatz anbieten. Doch als die Leiterin der Stadtinsel das Mädchen, das mittlerweile nicht mehr die Lerninsel besuchte, anrief sagte diese: „Ich mache schon woanders eine Ausbildung zur Zahnarzthelferin!“

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Es ist einfach großartig zu sehen, dass Kinder mit Hilfe der Stadtinselmitarbeiter Hoffnung und Vision für ihre Zukunft entwickeln und tatsächlich Schritte in diese Richtung gehen! Sie können die Arbeit der Stadtinsel unterstützen indem Sie uns eine Spende senden oder sich für den nächsten Girls- und Boysday am 26. April 2018 als Praktikumsort anmelden. Sprechen Sie einfach mit ihrem Vorgesetzten und schreiben dann eine Email an skeshtkaran@stadtinsel-hamburg.de. Weitere Informationen finden Sie unter auf der Website vom Girls- und Boysday.

„Du kennst meinen Namen!“

Immer wieder werden wir in unserer Arbeit mit der aktuellen Flüchtlingssituation konfrontiert. Zuletzt trafen wir in einem neuen Kindertreff zwei Kinder, die wir bereits aus einer anderen Unterkunft kannten. Nach wir vor leben sie nun seit ungefähr zwei Jahren in unterschiedlichen Flüchtlingsunterkünften. Was das für eine Familie bedeutet, kann man sich nur vorstellen.

Umso mehr bedeutet es den Kindern, wenn ihnen Freude, Zeit und Aufmerksamkeit geschenkt wird. So auch Roshanak*. Sie war eins der Kinder, das auf unsere Mitarbeiter zu lief und rief: „Ich kenn dich! Du warst auch in der Schnackenburgsallee!“. „Ja“ antwortete die Mitarbeiterin „du bist doch Roshanak!“. Roshanak* huschte ein breites Stahlen übers Gesicht: „Du kennst meinen Namen!“ Bei all den Kindern, hatte die Mitarbeiterin sich ihren Namen gemerkt!

Während der Spiele wurde Roshanak häufiger beim Namen genannt und ermahnt sich an die Regel zu halten, sich hinzusetzten oder zuzuhören. Aber es schien sich überhaupt nicht zu stören, dass man ihr Verhalten kritisierte. Viel mehr wirkte es so, als wäre sie jedes Mal wenn ihr Name fiel ein kleines bisschen glücklich. Überrascht blitzten dann ihre Augen und ein kleines Strahlen lächelte sie in sich hinein. Roshanak merkte an diesem Tag, dass sie nicht nur eins von viele Kindern war, ein kleiner Baustein im großen und undurchsichtig Flüchtlingssystem. Nein, sie war Roshanak. Ein Mädchen, das gekannt wurde. Sie war wichtig und einzigartig.

Manchmal ist es schwierig für die Mitarbeiter, sich die Namen zu merken und in der großen Gruppe auch jedes einzelne Kind zu sehen. Aber gerade auch diesen „kleine Mehraufwand“ – manche würden es eine Extrameile nennen – gewinnt die Arbeit an so viel mehr Qualität. Denn wenn wir die Kinder kennen, ihre Namen ihre Eigenheiten, Vorlieben und Charakterzüge, lassen wir sie spüren, dass sie nicht einfach irgendwie mit der Flüchtlingswelle nach Hamburg gespült worden sind. winnie wo sie keiner kennt und niemand kümmert. Nein, sie sollen wissen, dass sie einzigartig, wertvoll und wichtig sind. Wir wollen ihnen so gut wir kenne zeigen, dass wir uns um sie kümmern, dass ihre Situation uns bewegt und wir sie gerne kennen.

Vielen Dank ihr lieben Mitarbeiter, die ihr das Woche für Woche möglich macht! Vielen Dank für jede einzelne Extrameile!

*die Namen der Kinder werden in unseren Beiträgen grundsätzlich zu ihrem Schutz geändert.

Lerninsel – Let’s Go!

Schon lange wurde dieser Tag vorbereitet. Erklärtes Ziel: Jedes Kind, dass sich anmeldete sollte für eine Stunde in der Woche einen Mitarbeiter zum Lernen an seiner Seite haben. Also wurden Bewerbungsgespräche mit potentiellen Mitarbeitern geführt, Konzepte erstellt, Schulungen durchgeführt, Material gesammelt, Ordner erstellt, Anmeldungen eingesammelt, Mitarbeiter zugeteilt, Räume gesucht und startklar gemacht. Und jetzt geht es los!

Diese Woche startete die Lerninsel an zwei Stadtorten mit acht Mitarbeitern, zwei Leitern und zwölf Kindern. Das Team ist hochmotiviert! Nach den Schulungen und allem was sie über das Lernen, die Kinder und den Stadtteil gelernt hatten, ist es nun an der Zeit das Wissen anzuwenden. Und vor allem: Das Kind zu treffen, mit dem sie für das nächste Jahr jede Woche zusammen lernen werden! Jeder Mitarbeiter ist darauf vorbereitet mehr als Wissen weiterzugeben: Mut, Hoffnung und Zuversicht. Über das Jahr soll eine Beziehung zwischen den Kindern und Mitarbeitern wachsen in der die Kinder sich unterstützt, ermutigt und gestärkt wissen. Einige Kinder brauchen nicht nur fachlich Unterstützung, vielmehr lösen die Worte „Lernen“ und „Schule“ bei ihnen teilweise Angst und Panik aus, sodass in einigen Fällen Lernblockaden entstehen. Diese zu überwinden fordert von den Mitarbeitern weitaus mehr als nur fachliche Kompetenz. Deshalb gibt es Lernspiele, Rätsel und die Möglichkeit Treffen nach draußen zu verlegen um den Kindern Spaß am Lernen zu vermitteln um dahinter Mut für ihre Zukunft zu finden.

Nach dem Lerninsel-Start wurden Kinder im Kindertreff nach ihrem Highlight der Woche gefragt. Mit strahlenden Augen riefen sie: „Leeerninseeel!!“. Ein Kind ging zu einem Mitarbeiter und vertraute ihm an: „Ich freue mich schon so auf Lerninsel nächsten Mittwoch!“. Drei weitere Kinder baten um Anmeldeformulare. Eine berichtete dabei ganz aufgeregt: „Noemi hat mir alles davon erzählt! Sie hat mich ganz neidisch gemacht!“. Wir freuen uns über dieses spontane und positive Feedback der Kinder! Denn die Lerninsel ist für die Kinder. Deshalb melden sich die Kinder auch selber an. Die Lerninsel ist freiwillig, unterstützend, ermutigend und stärkend. Kein strafendes Nachsitzen, kein vergleichender Leistungsdruck dafür einzelne, persönliche, stärkende Ermutigung und Hilfe die ankommt und Leben verändert.

Das war ein guter Start, so soll es weitergehen!

 

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“… wenn sie das sagt, macht sie das auch!”

Leyla wurde zu Hause wegen ihrer schlechten Noten bestraft. Fast durfte sie nicht mit auf unsere Sommerfreizeit fahren, weil sie zu schlechte Noten hatte. Nachdem wir versprachen, dass sich nach der Freizeit jemand um sie kümmern würde um ihr Nachhilfe zu geben, willigten die Eltern ein.

Eine Mitarbeiterin erklärte sich bereit dies zu übernehmen und erinnert sich an ein Gespräch zwischen den Kindern:

Nadine: „Du bekommst Nachhilfe?“
Leyla: „Ja, sie hat gesagt sie kommt…“
Nadine: „Ach Quatsch, das kann nicht sein!“
Ein drittes Mädchen mischte sich ein: „Na klar, wenn sie das sagt macht sie das auch!“

Die Kinder die wir treffen kommen häufig aus sehr instabilen und unzuverlässigen sozialen Umfeldern. Kaum jemand auf den sie sich verlassen können. Unzuverlässigkeit ist die einzige Konstante. Da sind die Mitarbeiter der Stadtinsel ein echten Kontrastprogramm. Einer unserer Kindertreffs findet unter freiem Himmel statt. Jetzt, wo es kälter wird, beginnen die Kinder wieder die alljährlichen Fragen zu stellen:

„Kommt ihr auch im Winter?“
„Auch bei Schnee?“
„Auch bei Regen?“

Ja, wir kommen! Denn nicht nur unsere Worte vermitteln unsere Botschaft. Auch unsere Taten. Vielleicht sprechen sie oft viel lauter als die Worte die wir sagen. Und Menschen die auch bei Kälte, Schnee und Regen raus auf den Spielplatz kommen, die sagen das Wichtigste noch bevor sie den Mund aufmachen: Ihr seid uns wichtig. Wir bringen gerne Opfer für euch. Wir vergessen euch nicht und lassen euch nicht im Stich wenn es unangenehm wird.

Wir als „Die Stadtinsel“ posten viele Fotos auf Instagram und Facebook unter dem Hashtag #hingehenundbleiben. Es ist uns wichtig verlässlich, zuverlässig, konstant, stabil und treu zu arbeiten. Und all das wären nicht mehr als schöne Wünsche, wenn es nicht über 80 Ehrenamtliche Mitarbeiter geben würde die diese Überzeugung Realität werden lassen. Menschen mit vollen Terminkalendern, inneren Schweinehunden, Jobangeboten, Hobbys und Familien machen sich Woche für Woche auf den Weg zu diesen Kindern. Um ihnen in Regenjacken und Scheeanzügen mit und ohne Worte immer wieder zu sagen: Ihr seid wichtig! Ihr seid es wert, hier zu sein!

Vielen, vielen Dank an jeden Einzelnen, der das mit seiner Zeit oder seinen Finanzen möglich macht!